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Vorspruch von Pastor Beyer zur Kirchweih 1929

 

Mein liebes Kirchlein sprach heute zu mir,:

Und, was es sagte, dass gilt auch Dir.

Höre heut aus meinem Mund, was es uns gab kund!

Recht herzlich heiße ich Euch willkommen,

die heute so zahlreich seid zu mir gekommen.

Eine schöne Feier führt Euch alle, hier in diese geweihte Halle.

Ich freue mich herzlich und mit mir auch Ihr,

daß Kirchweih Ihr fröhlich könnt halten bei mir.

Ihr seid sehr erstaunt! Wie sehe ich jetzt aus!

Bin nicht mehr das rohe, ganz schmucklose Haus.

In mir war tätig der Künstler Hand und gab mir ein neues, schönes Gewand.

 

Dem Dienst des Herrn ich nun würdig bin,

das stimmt Euch  freudig, hebt Euren Sinn.

Nun schaut Euch um und seht Euch das an:

Das viel Euch nun künden und lehren kann.

Dort oben, die Wölbung mit goldenen Sternen,

lenkt Eure Gedanken in höhere Fernen.

Wo über den weiten Welten thront, der in mir und auch bei Euch wohnt.

Das Gemälde an jener hohen Wand, Euch allen von Jugend auf bekannt:

Des Morgenlandes Weisen beten den an, der Herr Euch sei auf des Lebensbahn.

 

Und das Bild hoch über dem Altar, es stellt die vier Evangelisten dar.

Das Evangelium, das sie verkünden, verachtet es nicht,

es sei Eures Fußes Leuchte und Licht!

Und auch die Farben, die ringsum Ihr seht,

reden eine Sprache, die Ihr wohl versteht.

In ihnen, die Eure Augen entzücken,

sollt gut die Lehren für Euch ihr erblicken.

Das Gold des Glaubens, das Blau der Treu,

das Rot der Liebe Euch Sinnbild sei.

 

Das Holzwerk gehalten, natürlich und schlicht,

zu Euch in ernsten Worten spricht:

Euer schönster Schmuck und Euer Ehrenkleid,

sei – Schlichtheit, Reinheit, Natürlichkeit -.

Das Gestühl, jetzt so schön, es ladet Euch ein,

nehmt Platz nur hier, kehrt recht oft ein!

Nach des Werktags Sorge, Müh und Last

haltet fleißig am Tage des Herrn hier Rast.

Nicht leiblich bloß  sollet Ihr Euch laben,

auch die Seele will Erquickung und Stärke haben.

Gottes Wort gibt neu Euch Lebenskraft,

das Mahl das Herrn Euch Frieden schafft.

Drückt Kreuz und Leid im Leben nieder,

der höchste Tröster richtet auf Euch hier wieder.

Und wird Euch Glück und Freude geschenkt,

hier dankbar des himmlischen Vaters und Gebers gedenkt.

 

Nehmt heut` diese Worte von mir an,

viel ferner ich sonst Euch sagen kann.

Doch eins noch als Gotteshaus präg` ich Euch ein:

Euer Herz soll Euch Wohnung des Höchsten sein.

       Und jedes Haus mit all` den Seinen

       Sei ein Tempel des Herrn im Kleinen.

Was so sprach mein Kirchlein am Weihetag,

das nehmet zu Herzen und trachtet ihm nach!

 

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